Mein „Zweites Leben“ – Meine spirituelle Entwicklung 

Nun ja, über mein „Erstes Leben“, das doch sehr durch mein negatives Denken und Verhalten geprägt war, gibt es nichts Bedeutsames zu berichten. Ich brauchte mich da gar nicht zu wundern, dass so manches nicht rund lief, dass mir das Leben, bzw. ich mir selbst, immer wieder Stolpersteine in den Weg legte. Häufig gab es Krankheiten, Infektionen, vieles ging schief. Meine ganze Art war nicht gerade dazu angetan, Freunde zu gewinnen.  

Mit einem guten Bekannten versuchte ich mich Anfang der 80er Jahre nebenberuflich als Berater und Verkäufer von Produkten im Direktvertrieb. Es gab regelmäßige Schulungen, auf denen man von Smaragd- und Diamant-Direktberatern, ja sogar von den strahlenden Überfliegern dieses Geschäftes, die „es geschafft hatten“, den so genannten Kronenbotschaftern, immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass man positiv denken müsse. Ich hörte das so häufig, dass es sich schon ein wenig abnutzte und ich kaum noch richtig hinhörte.  

Eine Schulung Motivation und Zielsetzung ist sicher nützlich und hilfreich, konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man in diesem Geschäft doch auch richtig arbeiten musste, um Erfolg zu haben. Die Geschäftspartner unserer Direktberater-Organisation hatten da offensichtlich etwas nicht richtig verstanden. Er war ja so schön, so ein Schulungsabend mit anschließendem geselligem Beisammensein! Das Arbeiten aber wurde nicht so ernst genommen. 

An einem solchen Schulungsabend in der Stadthalle von Eckernförde an der Ostsee kam eine Bekannte zu mir und sagte: 

„Hallo Eddie, es gibt da ein tolles Buch über positives Denken und so. Ich bin richtig begeistert. Soll ich das mal mitbringen?“

„Ja, bring es doch mal mit“, meinte ich eher gelangweilt, ohne weiter zu fragen. 

Bei der nächsten Schulung kam sie zu mir, gab mir ein relativ dickes Buch in die Hand und sagte: 

„Hier ist es. Macht 19 Mark 80, toller Sonderpreis für die gebundene Ausgabe.“ 

„Wie bitte?“, fragte ich entgeistert. 

„Du hast gesagt, ich soll es mitbringen.“ 

Wieso fühlte ich mich so überfahren? So verladen? Aber irgendwie hatte sie ja Recht, ich hatte gesagt, sie solle es „mal mitbringen“. Zähneknirschend, jedoch ohne mir etwas anmerken zu lassen, bezahlte ich die 19 Mark 80. Nicht ahnend, dass dieser Moment wirklich der Beginn eines neuen, meines „zweiten Lebens“, sein würde. 

Erst Tage später nahm ich das Buch aus der Tasche und betrachtete, innerlich wieder etwas ungehalten, den blauen Einband. Komischer Titel, er sagte mir nichts: „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy. Trotzig schlug ich es auf. Wenn ich schon dafür bezahlt hatte, wollte ich zumindest mal wissen, wovon es  handelte, was dieser Autor so zu erzählen hatte.  

Ich las und las und konnte nicht wieder aufhören! Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Faszinierend, wie er beschrieb, dass das Unterbewusstsein eines Menschen die Aufgabe hat, diesem Menschen alle seine Wünsche zu erfüllen. Jeden Befehl den es gedacht oder gesprochen erhält, ohne Einteilung nach Gut oder Böse, nach positiv oder negativ, sofort und ohne Wenn und Aber in die Tat umzusetzen. Er verglich das Unterbewusstsein mit dem fensterlosen Maschinenraum eines Schiffes. Von oben, von der Brücke, kommt der Befehl „Volle Kraft voraus!“, im Maschinenraum wird daraufhin der Hebel auf „Volle Kraft voraus“ umgelegt – egal, ob in einem Kilometer Entfernung ein Eisberg lauert oder das Schiff völlig freie Fahrt hat.  

Er brachte ganz tolle Beispiele. Man könne immer alles von der negativen oder der positiven Seite sehen: „So ein Mist, das Glas ist schon wieder halb leer!“ – oder aber: „Wie wunderbar, das Glas ist noch halb voll!“. Mir fiel ein, dass es durchaus möglich ist, sich ein Magengeschwür einzureden, wenn man sich nur immer lange genug bei jeder harmlosen Blähung sagt: „Oh je, MEIN Magengeschwür meldet sich wieder!“ „Hast Du denn mal den Magen untersuchen lassen?“ „Das brauche ich nicht, es ist ganz sicher ein Magengeschwür. Meine Uroma hatte ja auch eins.“ 

Hier wird natürlich gleich zweimal das Unterbewusstsein in die falsche Richtung programmiert. 1) Man geht einfach von der vollendeten Tatsache aus, dass man ein Magengeschwür hat. Da das Unterbewusstsein dazu da ist, jeden Wunsch oder jeden dieser dahingesagten Sätze Realität werden zu lassen, wird es alles daransetzen, so schnell wie möglich ein Magengeschwür entstehen zu lassen. 2) Man macht den schlimmen Fehler und sagt „MEIN Magengeschwür“. Natürlich setzt das Unterbewusstsein alles daran, dass es auch MEINS bleibt und sich nicht etwa auflöst. Man behält es – garantiert! 

Was also im Negativen geht, dass muss doch auch genauso gut im Positiven gehen! Nie hätte ich es mir aber so schwer vorgestellt, positiv zu denken. Immer und überall sind wir von negativen Menschen umgeben. Wenn man den leisesten Versuch macht, positiv zu denken oder zu reden und zum Beispiel froh feststellt: „Was für ein herrlich warmes Frühlingswetter heute!“, bemerkt garantiert ein Mensch in der Nähe: „Es soll heute Abend aber wieder ganz kräftig regnen!“ Kann sich dieser Mensch nicht wenigstens den Nachmittag über an dem herrlichen Frühlingswetter freuen? 

Es war wirklich nicht einfach, positiv zu denken. Man muss sehr kritisch das, was man denkt und sagt, unter die Lupe nehmen. Ich begann nun, ganz bewusst mein Unterbewusstsein zu programmieren. Ich achtete darauf, dass die Affirmationen, die Programmierungssätze für das Unterbewusstsein, die ich täglich mehrmals sprach, auch in allen Punkten positiv waren und keine Negationen enthielten: „Mein Darm ist völlig gesund und arbeitet optimal!“ „Meine Haut ist gesund und rein!“ „Ich finde genau die Wohnung, die für mich richtig ist!“ „Es geht mir von Tag zu Tag und in jeder Beziehung immer besser und besser!“ 

Es funktionierte! Die Hautprobleme besserten sich und verschwanden dann ganz, der Darm wusste nach einiger Zeit wieder, WIE er zu funktionieren hatte. Ich fand die vielen Beispiele, die Dr. Joseph Murphy in seinem Buch anführte, einfach faszinierend. Plötzlich konnte ich gar nicht genug über positives Denken und Verhalten lesen. Das Buch des Murphy-Schülers Erhard Freitag „Kraftzentrale Unterbewusstsein“ folgte ebenso wie Bücher von Dale Carnegie „Sorge Dich nicht – lebe!“ oder „Wie man Freunde gewinnt“, Bücher von Kopmeyer und Tepperwein natürlich auch. 

Immer mehr beherrschte ich das positive Denken. Immer mehr kam diese Positivität jetzt auch in meinem Reden und Handeln zum Ausdruck. Es machte Spaß zu sehen, wie sich immer mehr und immer häufiger Wünsche realisierten. Dieses positive Verhalten, meine nette und freundliche Art, mit Menschen umzugehen, kam mir Anfang der 90er Jahre, als ich begann in Kiel Minicar zu fahren, sehr zugute. Meine Positivität sprang auf die Fahrgäste über. Das drückte sich in so manch Extra-Trinkgeld aus. Nicht nur das. Alles was man tut, kommt bekanntlich zu einem zurück. Ist man negativ, dann passieren auch pausenlos negative Dinge. Wenn man positiv denkt, redet und handelt, dann geschehen auch viele positive Dinge im Leben. 

Als ich merkte, dass Wünsche, um deren Erfüllung ich meinen Herrgott in Gebeten bat und die mit den entsprechenden Affirmationen, den Programmierungssätzen für das Unterbewusstsein, dann in Erfüllung gingen, Realität wurden, da vergaß ich natürlich niemals, meinem Herrgott dafür zu danken. Es muss einfach selbstverständlich sein, für jede erfüllte Bitte auch zu danken. Diese „gute Verbindung nach oben“, mein nunmehr positives Leben, führte dazu, dass ich „von oben“ an die Hand genommen wurde und einen weiteren, einen entscheidenden Schritt auf meinem spirituellen Weg machen durfte.  

Reiki 

Anfang 1999. Ich sitze in meinem Minicar. Es piept! Ich drücke die Annahme-Taste am Display meines Datenfunkgerätes und schaue mir die Tour an: „OPER BÜHNENEINGANG Frau Jörgensen.“ Klasse! Diese nette und außerordentlich hübsche junge Dame aus Norwegen, Mezzosopranistin an der Kieler Oper, fahre ich sehr gern. Sie möchte nach Hause in die Nietschestrasse. Wir unterhalten uns wie immer sehr nett und angeregt. Die Fahrt ist kurzweilig und ihr Lächeln ist einfach bezaubernd… 

Ein paar Wochen später holte ich Frau Jörgensen von einem Arzt ab. Sie trug einen Schal und gab mir einen Zettel, worauf stand: ‚Bitte in die Nietschestrasse, ich darf nicht sprechen.’ Ich schaute sie entgeistert an und fragte: „Was um Himmels Willen ist denn passiert?“ Sie beugte sich zu mir und flüsterte, nein piepste in mein Ohr: „Ich bin krank, Hals-Entzündung, auch die Stimmbänder!“ Ich war fassungslos! Dieser herrliche, weiche und warme Mezzosopran war weg, diese Stimme gab es einfach nicht mehr.  

Ich sagte zu ihr: „Frau Jörgensen, das tut mir so unendlich leid. Ich wünschte, ich könnte Ihnen helfen.“ Sie kam mir wieder ganz nah – meine Güte – und flüsterte wieder: „Ach, das ist halb so schlimm. Ich gehe zu meiner Freundin und die gibt mir Reiki und dann kann ich in 3 Wochen bei der Premiere die Carmen singen.“ Da ich ein höflicher Mensch bin und einer hübschen Dame äußerst selten widerspreche, dachte ich lediglich: ‚Das kann doch gar nicht gehen. In 3 Wochen die Carmen in der Premiere singen? Niemals! Da muss sie doch schon mindestens eine Woche vorher ganz gesund sein, um bei den Proben mitzuwirken.’ 

Genau 3 Wochen später. In unserer Minicar-Zentrale. Ich selbst lese normalerweise keine Zeitung. Mein Blick fiel auf eine aufgeschlagene Zeitung auf dem Tresen. Überschrift in großen Lettern: GLANZVOLLE PREMIERE IN DER KIELER OPER. Ziemlich weit oben, fettgedruckt, las ich: „…als Carmen glänzte einmal mehr Frau Gro Bente Jörgensen…“ Jetzt musste ich mich erst einmal setzen. Wie bitte? Diese vor 3 Wochen gar nicht mehr vorhandene Stimme, dieses piepsende Etwas, bekam solch glänzende Kritiken?  

Da musste doch irgendwer ein Wunder vollbracht haben. Sie wollte doch zu ihrer Freundin und die sollte doch was machen – was war das denn nur, wie hieß das, was sie machen sollte? Was wollte die Freundin ihr geben? Das war doch so was Chinesisches oder zumindest Fernöstliches. War das ein besonderes Medikament? Eine Natur-Arznei? Ich hatte vergessen, wie das hieß, es fiel mir nicht mehr ein. Macht ja nichts, wenn ich Frau Jörgensen beim nächsten Mal fahre, dann frage ich noch einmal. 

Ich fuhr sie einige Monate lang nicht. Ich wollte schon bei Ihr anrufen oder vorbeifahren oder im Opernhaus nachfragen. Ich musste doch wissen, was die Freundin da gemacht oder ihr gegeben hatte. Das ging mir nicht aus dem Kopf. Dann, an einem Nachmittag holte ich sie wieder vom Bühneneingang der Kieler Oper ab. War ich glücklich! Großes Hallo. Wie geht’s? Danke! „Frau Jörgensen, endlich fahren Sie mal wieder mit mir.“ „Ach, ich bin doch jetzt in Düsseldorf engagiert, schon seit Monaten. Ich habe heute nur jemanden hier besucht.“  

Ach deshalb! „Frau Jörgensen, ich lasse sie aber nicht aussteigen, bevor Sie mir gesagt haben, was ihre Freundin damals mit Ihnen gemacht hatte, dass sie damals Ihre Stimme so schnell wieder bekommen haben, um die Carmen bei der Premiere zu singen.“ „Wie? Was? Ich weiß gar nicht … Freundin? Ach so, ja, das ist Reiki, ich glaube, man spricht es aus REEKI.“ Schon hatte ich es mir aufgeschrieben. Bloß nicht wieder vergessen. Die Fahrt war zu Ende, mitten in der Stadt, sie wollte noch etwas einkaufen. Ich wünschte „Toi, toi, toi“ und bedankte mich bei meinem Herrgott dafür, dass er mir doch noch aufgezeigt hatte, was die Freundin gemacht hatte: REIKI. Na, das muss ja etwas ganz Wunderbares sein! 

Welch ein Zufall! Zufall? Ich widersprach mir sofort, denn mittlerweile wusste ich, dass es im Leben keine Zufälle gibt. Es passiert nichts zufällig. Alles hat einen Sinn. Ich wusste, dass mich der Herrgott wieder einmal an die Hand genommen hatte, um mich zu diesem Reiki zu führen. Kam damit etwas Endgültiges auf mich zu? Oder sollte Reiki vielleicht doch eher eine Zwischenstation in meinem Leben sein? Eine Querverbindung zu einer weiterführenden Straße auf meinem Spirituellen Weg?  

Spannend, dieses Leben! Wie mag das ausgehen? Tatsache ist, dass das Drehbuch des Lebens für alle Akteure nicht bereits geschrieben ist. Wie immer man sich entscheidet, so lenkt man sein eigenes Leben. Wichtig sind dabei die vielen – oft versteckten – kleinen Hilfen und Anweisungen des Regisseurs, denen man zum besseren Gelingen des Stückes besser Folge leistet. Er ist der beste… 

Ich musste unbedingt schnell herausfinden, was es mit diesem Reiki auf sich hat. Deshalb ging ich gleich am nächsten Tag in einen Buchladen und fragte an der Information: „Es gibt da etwas, das heißt“ – lieber Himmel, ich hatte es schon wieder vergessen. Ich kramte den Zettel raus und las vor – „Reiki. Reiki heißt das. Gibt es darüber vielleicht ein Buch?“ „Kommen Sie doch mal mit.“ Ich folgte der netten, verschmitzt lächelnden Verkäuferin zu der Esoterik-Abteilung. „Schauen Sie mal, von hier bis dort – alles über Reiki. Suchen Sie sich was aus.“ Na so was! Drei Meter Reiki im Quadrat auf 2 Regalen. Reiki zum Üben, Der wahre Weg zum Reiki-Meister, Reiki im Allgemeinen und im Besonderen… 

Und nun? Wie sollte ich denn da das richtige Buch für den Einstieg für mich herausfinden. Auf jeden Fall erkannte ich, dass es sich doch wohl um eine ganz bekannte und erfolgreiche Sache handeln musste, wenn es darüber so viel Literatur gab. Ich wusste wirklich nicht, welches Buch jetzt für mich richtig war. Je dicker ein Buch, umso besser? Das kommt ja nicht immer hin. Ziemlich genervt entdeckte ich doch noch am Ende des einen Regals ein dünnes Büchlein: „Reiki für’s Leben“, ein Leitfaden für Anfänger mit allen Grundbegriffen und Erklärungen. Was ist Reiki, wie wirkt es, was muss man tun usw. Ich hatte das Gefühl, einen Schatz entdeckt zu haben und ging an die Kasse. 

Da an diesem Tag die Tourenlage gut war, hatte ich während des Dienstes keine Zeit, in dem Reiki-Buch zu lesen. Umso besser, dachte ich, konnte ich es doch ganz gemütlich zu Hause ungestört studieren. Aha, Reiki, das ist also Energie, Lichtenergie, Lebensenergie. Sie fließt aus den Händen und man kann sie bei sich oder dem Körper von einem anderen Menschen oder bei Tieren dorthin fließen lassen, wo man sie hinhaben will. Na ja, aber woher kommt denn diese Energie? Aha, hier steht es: Sie kommt aus dem Universum, tritt im Kronenchakra auf dem Kopf ein und fließt aus den Händen wieder raus. Es ist „saubere“ Energie, ohne dass Energie von mir da mit hineinfließt.  

So, und woher bekomme ich nun diese Energie? Was muss ich tun, damit diese Reiki-Energie bei mir fließt? Auch das war für einen Anfänger sehr schön erklärt. Es müssen die Chakren und die Energie-Leitungsbahnen durch hohe Energie geöffnet werden. Energie, deren Level bedeutend höher ist, als der eigene. Dieses Öffnen geschieht durch besonders ausgebildete, mit einem sehr hohen Energie-Level ausgestattete, sehr erfahrene Reiki-Lehrer/-innen oder Reiki Meister/innen. Ohne deren hohe Energie-Frequenz bekommt man keine Reiki-Energie. Man braucht diese „Einweihungen“ – welch gewaltige Bezeichnung! 

Ich brauchte also einen Reiki-Meister oder eine Reiki-Meisterin, bei denen ich den Reiki-Grad 1 machen konnte. Ich hörte mich um, fragte alle möglichen Bekannten nach Reiki-Meistern und eine gute Bekannte sagte: „Ich kenne einen, der weiß einen und der kann vielleicht … ich kümmere mich mal drum.“ Sie kümmerte sich wirklich und schon nach einer Woche gab sie mir die Anschrift und Telefonnummer einer Reiki-Meisterin in Molfsee, direkt vor den Toren Kiels, bequem für mich zu erreichen. Ich rief sofort da an und sprach auf den Anrufbeantworter, dass ich so schnell wie möglich an einem Reiki-Lehrgang teilnehmen wolle. Nach einer Stunde rief sie zurück und wir unterhielten uns nett. Es sollte in 3 Wochen ein neuer Lehrgang Reiki 1 stattfinden. Sie würde mich dazu rechtzeitig schriftlich einladen.  

Ich konnte es kaum erwarten. Endlich war das Wochenende des Reiki-Lehrgangs da. Interessant! Wenn’s denn so war, wie es überliefert wurde, wie dieser Japaner Dr. Mikao Usui die Reiki-Energie entdeckte, dann war es schon toll. Na, „toll“ war gar kein Ausdruck für das, was ich bei meiner ersten Einweihung spürte. Mein ganzer Körper fing an zu kribbeln, war fast unangenehm. Ich hatte das Gefühl, Flammen schlagen aus meinem Kopf in die Höhe und aus den Füßen in den Boden. Schon nach dieser ersten Einweihung legte ich mal meine Hände auf die Oberschenkel und das Kribbeln und Ziehen in den Händen und den Oberschenkeln, dort wo die Hände lagen, war kaum auszuhalten. Wahnsinn! 

Am Sonntagnachmittag, als der Lehrgang beendet war, unterhielten wir uns noch über alles Mögliche. Interessant, was einige Lehrgangs-Teilnehmer nicht schon alles gemacht hatten, um ihren für sie richtigen spirituellen Weg zu finden. Ich war ein bisschen mit mir selbst beschäftigt, um alle neuen Eindrücke zu verarbeiten. Dachte weniger an Thai Chi und Feng Shui, sondern eher mehr an Tiramisu und Mikado… 

Plötzlich war ich aber ganz aufmerksam, als die Reiki-Meisterin erzählte, dass sie vor kurzem einen Lehrgang „Arbeiten mit dem Spirituellen Lot“ gemacht hatte. Das sei eine wirklich interessante Sache. Man habe hier die Möglichkeit, mit dem radiästhetischen = strahlenfühlenden Instrument LOT – ähnlich dem allseits bekannten Pendel – genau für sich zu erloten, was richtig ist. Erst einmal wusste ich gar nicht, worum es da geht. 

„Seit ich ausgelotet habe, dass ich von meinem Lieblings-Käse nur 45 Gramm täglich essen darf, bekommt mir das gut. Vorher hatte ich immer gesundheitliche Schwierigkeiten“, erzählte die Reiki-Meisterin. Ungläubig fragte ich: „Mit diesem Lot kann man also genau herausfinden, ob man ein bestimmtes Würstchen essen darf oder besser nicht?“ „Ja, natürlich, Du bekommst genau die Antwort von Deiner Führung, die für Dich richtig ist. Aber es geht nicht nur um die richtige Nahrung oder die richtigen Nahrungsergänzungen, sondern man kann auch alle Fragen für Termine oder Ereignisse in der Zukunft damit klären.“  

Sie fuhr fort: „Letzte Woche bekam ich Zahnschmerzen. Da mein Zahnarzt seine Praxis aufgegeben hat, musste ich jetzt zu einem anderen Zahnarzt gehen. Ich nahm die Gelben Seiten und fragte, welcher Zahnarzt für mich richtig ist. Gott sei Dank fing der richtige mit „C“ an: Dr. Hans Christiansen in Kiel.“ 

Meine Reiki-Meisterin machte einen ganz gelassenen Eindruck. Ich hatte wirklich keinen Grund, ihre Ausführungen in Frage zu stellen. Wenn ich einen solchen Ratgeber hätte, könnte ich doch durchaus die Verdauungs-Probleme, die in letzter Zeit wieder öfter auftauchten, in den Griff bekommen. Wenn ich genau weiß, was ich essen darf und was ich besser nicht essen sollte, dann wäre das doch wirklich wunderbar. „Wo und wann kann man denn dieses Loten lernen?“, fragte ich. Sie antwortete: „In 2 Monaten kommt der Lotmeister aus Hamburg und macht hier bei mir einen Lot-Lehrgang. Es sind schon 3 Interessenten da. Soll ich dich in die Teilnehmerliste mit aufnehmen?“ „Ja, unbedingt!“  

Noch’n „Meister“! Wieso kriege ich bei dieser Bezeichnung immer Magengrimmen? Na, da war ich aber gespannt! 

Das Spirituelle Lot 

In den folgenden Wochen gab ich mir jeden Tag eine komplette Reiki-Ganzkörper-Behandlung. Das tat gut. Es tat gut, die Energie in meinem Körper zu spüren, die aus meinen Händen dorthin floss. Nach 3-4 Wochen nahm das starke Kribbeln erheblich ab. „Macht nichts“, sagte meine Reiki-Meisterin, „Reiki fließt auch dann, wenn man es nicht so deutlich spürt.“ Ich machte mir auch keine Gedanken darüber. Demnächst wollte ich sowieso den Reiki-Grad 2 erwerben. Verstärkung der Energie durch Symbole und Mantren, senden von Reiki-Energie über Raum und Zeit, das stellte ich mir auch aufregend vor. Durch die erneuten Einweihungen würde sicher auch wieder das Kribbeln zurückkehren. 

Zunächst stand aber der Lot-Lehrgang an. Einführungs-Kurs am ersten Tag und am zweiten Tag dann Nahrung und Nahrungsergänzungen. Der Lot-„Meister“ machte einen ganz normalen Eindruck. Als wir jeder auf einen Zettel schrieben: „Soll ich heute Loten lernen?“ und der „Meister“ sein Lot darüber schwingen ließ, betete ich inbrünstig: ‚Bitte mach, dass dieses Zeichen ein JA ist.’ Es war bei mir ein JA. Es war also richtig, dass ich Loten lernte. Danke, Lieber Gott! 

Was mich interessierte, war die Funktionsweise des Lotes. Wie geht „Radiästhesie“ = Strahlenfühligkeit? Wie muss ich Fragen stellen, wie erhalte ich die richtigen Antworten, die mir Wohlbefinden bringen? Ich wollte unbedingt diesen Ratgeber für mich haben. Es war hauptsächlich an uns selbst, uns in Eigenarbeit das Loten richtig beizubringen. Ich tat das sehr intensiv und mit großem Interesse. Häufiges Loten und vertrauensvolles Umsetzen der Ergebnisse führten bei mir dazu, dass ich sehr schnell in eine gute Verbindung mit meiner „Führung“ kam. Mein Ziel war und ist, mit meinem Wissen und Können zu beraten.  

Als ich den Entschluss gefasst hatte, beim Arbeiten mit dem Spirituellen Weg meinen eigenen Weg zu gehen, ging es auf meinem spirituellen Weg steil bergauf. Da ich seit einiger Zeit in den Händen überhaupt kein Kribbeln mehr spürte, also offensichtlich gar keine Reiki-Energie mehr floss, fragte ich mein Lot, ob ich auch weiterhin Reiki-Energie-Arbeit machen sollte. NEIN. Außerdem kam das Zeichen SOFORTIGE TRENNUNG.  

Ein bisschen traurig entfernte und entsorgte ich die Reiki-Urkunden in der blauen Tonne. Ich sollte nichts behalten, was mit Reiki zu tun hatte. Da hatte ich die Gewissheit: Reiki war nur eine Zwischenstation auf meinem spirituellen Weg. Reiki hatte für mich nur einen einzigen Sinn, mich zum Spirituellen Lot zu führen. Eine schöne Zeit, für die ich immer dankbar sein werde. 

Ich wollte jetzt in möglichst kurzer Zeit das Lot und das „Arbeiten mit dem Spirituellen Lot“ in der ganzen Welt bekannt machen. Die Menschen mussten die Möglichkeiten der Radiästhesie unbedingt kennen lernen.  

Der weltweite Online-Handelsplatz Ebay erschien mir da genau richtig. Ich sah eine gute Chance, mich selbständig zu machen, gründete eine Ich-AG und meldete ein Gewerbe an. Jetzt bot ich bei Ebay allen Menschen an, umfassende Lotberatungen zu erwerben. Dazu war es natürlich erforderlich, zunächst einmal zu erklären, was das „Spirituelle Lot“ ist und wie, nach welchen unumstößlichen Naturgesetzen dieses radiästhetische = strahlenfühlende Instrument arbeitet.  

Das gelang mir offensichtlich gut. Kaum jemand hatte Fragen zur „Arbeitsweise des Spirituellen Lotes“. Die von mir angebotenen Lotberatungen wurden gern angenommen. Alle Menschen, alle meine Klienten, für die ich Lotberatungen machte, setzten die von ihren Führungen erhaltenen Lotergebnisse vertrauensvoll um. Das führte dazu, dass sie bedeutend mehr Gesundheit und Wohlbefinden erlangten. Einige waren so begeistert, dass sie mich fragten, wo sie denn das „Arbeiten mit dem Spirituellen Lot“ erlernen könnten.  

Nun war ich im Zugzwang! Ich erstellte eigene Lehr- und Beratungs-Unterlagen und lehrte fortan interessierte Menschen das „Arbeiten mit dem Spirituellen Lot“. Vor meinem ersten Lot-Seminar, das ich bei zwei wunderbaren Menschen in Solingen durchführte, betete ich: „Lieber Gott, ich bin bereit, in ganz Deutschland überall hin zu fahren, um die Menschen das Loten zu lehren. Bitte schick mir aber nur solche Menschen, die in verantwortungsvoller Weise mit diesem wunderbaren Instrument umgehen, zum Wohle für sich und andere Menschen.“ 

Dieser meiner Bitte hat der Herrgott bis heute entsprochen. Ob in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen,  Nordrhein-Westfalen oder in Bayern und am Bodensee, es kamen wunderbare Menschen in „meine“ Lotgemeinschaft, in der ich ein Berater wie alle anderen bin, lediglich mit wesentlich mehr Erfahrung, aber ohne „Meister“-Allüren. Es sind sehr spirituelle Menschen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen, anstatt auf Esoterik-Wolke 7 mit Heiligenschein und Harfe den Tag zu verbringen. Menschen, von denen sich jeder voll in die Lotgemeinschaft einbringt und alles Wissen in den Dienst der Menschen stellt. Ich danke meinem Herrgott, dass ich das schaffen durfte. Aber, es fängt ja gerade erst richtig an…

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